In den letzten Kriegsjahren war die Hundezucht fast zum Erliegen gekommen. Und nach Kriegsende war alles anders. Deutschland war zerschlagen und aufgeteilt, das Leben musste sich erst langsam wieder normalisieren.

Während sich im Westen die Wachtelhundezucht langsam erholte und bereits 1946 der alte Verein *neu* gegründet wurde, gab es im Osten kaum noch ehemalige Züchter und Hundematerial. Von 1944 bis 1952 gab es im Gebiet der DDR nur 9 Würfe mit 37 Welpen, das ist verschwindend wenig. Die Würfe wurden in den Westen ans ZBA gemeldet und wie alle anderen Würfe im ZB-DW eingetragen.

Der Gedanke zur "Rekonstruktion" der Rasse in der DDR setzte bereits 1951/52 ein. Eine provisorische Zuchtleitung begann 1954 mit dem Neuaufbau der Rasse, wobei man kaum auf vorhandene einheimische Hunde (2/2) zurückgreifen konnte und daher 12 DW (6/6) aus der BRD importierte. In den Folgejahren kamen noch ein paar Importe dazu. Diese sind im DDR-Zuchtbuch 1961/62 als "Stammhunde" aufgeführt.  Von 1953 mit 2 Würfen ging es langam aufwärts, 1957 waren es schon 12 Würfe, 1962 24 Würfe. Mehrere Würfe im Jahr 1957 hatten die Zwinger "Elbgebirge" und "Walddoktors". 1964/66 konnten noch einmal 7 Hunde, alle aus dem Zwinger Elchwinkel, aus dem Westen importiert werden.

Die vom Hauptzuchtwart seinerzeit eingeleiteten Bestrebungen bei der "Gesellschaft für Sport und Technik", der damaligen Trägerin der Jagd und des Jagdhundewesens in der DDR, als Rasse und "Spezialzuchtgemeinschaft" anerkannt zu werden, konnten erst 1957 realisiert werden. AB 1.1.1958 wurden alle in der DDR gezüchteten DW bei der "Zentralen Zuchtbuchstelle für Hundesport" eingetragen.

Der Wurfjahrgang 1958 wurde erstmals zusätzlich zur ZB-DW (West) Nummer mit der SZG-DW Eintragungsnummer im Zuchtbuch vermerkt, letzterer wird ebenfalls der Jahrgang mit Schrägstrich angehängt. Beispiel: Walddoktors Quell SZG-DW 30/58

1961 erfolgte die Überführung der Jagd und des Jagdwesens aus der GST zur Obersten Jagdbehörde, welche der Zucht und Führung von Jagdhunden neue Perspektiven eröffnete. Die SZG begann, ein eigenes Zuchtbuch herauszugeben, meldete Würfe und abgehaltene Prüfungen aber weiterhin auch ans ZBA im Westen.

Solange noch Kontakte zwischen Ost und West möglich waren, wurden die Würfe weitergemeldet und im (West-)deutschen Zuchtbuch mit aufgeführt und mit einer fortlaufenden ZB-DW Nummer versehen, wie auch die Hunde aus Österreich und der Schweiz. Im Band 1961 ZB-DW (BRD) sind noch Würfe und Prüfungen aus der DDR aufgeführt, danach nichts mehr.

Die Verbindungen waren unterbrochen, ein Austausch - weder von Daten noch von Hunden - war nicht mehr möglich. Die Wachtelhundezucht in der DDR musste ihren eigenen Weg gehen und wurde mit 50 - 60 Würfe pro Jahr und hohem Leistungsstand zur viertstärksten Jagdhunderasse in der DDR. Die alten Zuchtbücher sind ein Zeugnis davon.

Im Zusammenhang mit der Auflösung der DDR wurden auch alle bisherigen Strukturen hinfällig. Im Jahr 1990 wurde daher der Verein für Deutsche Wachtelhunde der DDR gegründet. Die beiden Vereine (Ost und West) schlossen im November 1990 einen Vertrag über den Zusammenschluss.

Seit 1991 gibt es In Deutschland wieder nur einen einzigen Verein für Deutsche Wachtelhunde e.V.,  der auf eine lange Tradition seit der Gründung 1903 zurückblicken kann.

Mit Band 1990 erschien das letzte Zuchtbuch für Deutsche Wachtelhunde aus der DDR, ab 1991 sind alle wieder im gleichen Zuchtbuch eingetragen.