Die deutschen Wachtelhunde haben auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien eine lange Tradition.

Die ersten Hinweise auf Wachtelhund-Führer und -Züchter in "Südslavien" finden sich in der DWZ aus 1936 (aus meinem Archiv), wo von dem geplanten Zusammenschluss der Wachtelleute zu einer Landesgruppe Südslavien die Rede ist und von einer dort durchgeführten Prüfung bei Littai und Domschale in Jugoslawien. 1937 sind im Mitgliederverzeichnis bereits 10 Mitglieder der Landesgruppe Südslavien genannt. Über eine weitere Prüfung in Südslavien im Oktober 1938 bei Laibach (heute: Ljubljana) wird ebenfalls in der DWZ berichtet, gelaufen sind dort einheimische Hunde. 1939 wurden bereits 20 Mitglieder verzeichnet.

Mittlerweile liegen weitere Zuchtbücher aus den 30er Jahren vor, aus denen zu entnehmen ist, dass bis 1935 sieben Wachtelhunde aus deutscher Zucht nach Jugoslawien kamen und von 1935 (2 Würfe) bis 1937 (1 Wurf) insgesamt 16 Welpen gezogen und ins dortige Zuchtbuch sowie ins RZB-DW eingetragen wurden. 1938 ist ein weiterer Wurf im RZB/DW eingetragen und 1939 wurden dort je eine Anlagen- und Gebrauchs-Prüfung abgehalten. 1940 wurde in der LG Südslawien die erste Prüfung auf natürlicher Rotfährte abgehalten.

In den Wirren des 2. Weltkrieges sind die Wachtelhunde in Jugoslawien auf lange Zeit verschwunden.

 

Ich erinnere mich noch, dass in den ersten Zuchtbüchern, die ich mir kaufte, auch Wachtelhund-Würfe aus Yugoslawien erfasst waren, konnte aber nicht viel damit anfangen. Die ersten dieser Hunde finden sich im ZB-DW aus 1977 nach Übernahme der Zuchtbuchführung durch Heinrich Hecker.

Es fielen dort schon relativ viele Welpen (z.B. 1979 12 Würfe/60 Welpen), jährlich mehr als in Österreich oder der Schweiz . Aufgrund der Angaben zu den Würfen ist davon auszugehen, dass zu dieser Zeit dort schon länger ein Verein bestand und die Zucht in geregelten Bahnen lief. Da die jeweiligen Eltern mit Leistungszeichen (z.B. Spurlautstrich, Härtestrich) erfasst sind, ist davon auszugehen, dass in Yugoslawien auch Prüfungen entsprechend der deutschen PO abgehalten wurden.

Die letzten Hunde aus Yugoslawien sind im deutschen Zuchbuch von 1983 aufgeführt.  Ab diesem Jahrgang wurde Dogbase eingeführt und die Gestaltung des Zuchtbuches umgestellt.

 

Erst nach einem persönlichen Kontakt mit Joze Ruz im Jahr 2019 auf der Int. Anlageprüfung in Österreich habe ich festgestellt, dass in Slowenien weiterhin rege Zuchttätigkeit besteht und mit seiner Unterstützung Zuchtbücher und genaue Informationen über die dortige Zucht erhalten.

Die ersten Wachtelhunde nach dem 2. Weltkrieg wurden ab den '60er Jahren wieder nach Jugoslawien eingeführt, vorwiegend auf dem Gebiet des heutigen Sloweniens (Unabhängikeit seit 25.6.1991). Mit den ersten Hunden, die im JRPr (Jugoslawisches Hunde-Stammbuch / DW) eingetragen sind, wurde auch bald mit der Zucht begonnen.

 

Bereits 1970 kam es in Jugoslawien zur Gründung eines Vereins für Deutsche Wachtelhunde. Nach dem Zerfall Jugoslawiens besteht dieser in Slowenien weiter, wo sich auch von jeher die meisten Wachtelhunde befanden und eine planmässige Zucht vorgenommen wurde.

DLNP Logo

Nach der Gründung Sloweniens als unabhängiger Staat wurde die Kynologische Organisation Sloweniens als Vollmitglied in die FCI aufgenommen. Ab diesem Zeitpunkt werden die Deutschen Wachtelhunde mit der Bezeichnung SLR Pr und fortlaufenden Nummern im Slowenischen Zuchtbuch eingetragen.

 

Joze Rus, der auch ein Buch über den Deutschen Wachtelhund in Slowenien geschrieben hat, stellt einen ausführlichen Bericht über die Geschichte des DW in Slowenien zur Verfügung, dem weitere Einzelheiten zu entnehmen sind.

 

Aber auch in anderen Gebieten des ehemaligen Jugoslawien, wie z.B. Serbien, Bosnien und Kroatien kommen heute noch einzelne Wachtelhunde vor und es fallen vereinzelte Würfe, die dann im Stammbuch des jeweiligen Landes eingetragen werden. Genaue Informationen hierüber liegen zur Zeit nicht vor.